Gehen als booster für neue Ideen und positives Denken 

Gehen als Therapie für gute Ideen und das positive Denken - welche Rolle spielen die Augen dabei?

Aristoteles, Jean-Jacques Rousseau, Friedrich Nietzsche, Albert Einstein, Charles Darwin, Soren Kierkegaard, Henry D. Thoreau und der heilige Augustinus von Hippo ... Was haben diese Männer, die zu den einflussreichsten Denkern der abendländischen Geschichte gehören, gemeinsam, außer dass sie revolutionäre Ideen hatten, die die Welt veränderten?

Sie alle hatten die Angewohnheit, täglich zu gehen. "Ich kann nur denken, wenn ich gehe; mein Verstand arbeitet nur mit meinen Beinen", sagte Rousseau.

Wissenschaft erklärt

Was diese Genies intuitiv erkannten, wird heute von der Neurowissenschaft unterstützt. Forscher der Stanford University führten eine Studie durch, in der sie das Kreativitätsniveau von Menschen, die mindestens 20 Minuten am Tag zu Fuß gingen, mit denen verglichen, die diese Gewohnheit nicht hatten.

Im Jahr 2014 berichteten sie über ihre Ergebnisse: Gehen erhöhte die Wahrscheinlichkeit, dass die Person innovative Ideen hatte und bei Kreativitätsübungen erfolgreich war, um bis zu 60 %. Die gleichen Ergebnisse wurden bei Personen beobachtet, die das Gehen auf Laufbändern in Innenräumen übten, wie bei denen, die im Freien gingen.

Der wahrscheinliche Grund? Gehen erhöht die Durchblutung des Gehirns, steigert die Aktivität im Hippocampus, wo Erinnerungen gespeichert werden, verbessert die kognitive Entwicklung und fördert die Bildung neuer Neuronen, was mit der Entstehung neuer Ideen in Verbindung gebracht werden kann.

Therapeutische Wirkung

Die amerikanische Psychologin Francine Shapiro beobachtete, dass die spontane Augenbewegung beim Gehen, wodurch wir auf verschiedene Dinge in unserer Umgebung schauen, anstatt auf einen bestimmten festen Punkt, negative Gedanken lindert.

Ausgehend von ihrer persönlichen Erfahrung vertiefte sie das Phänomen und identifizierte neurologische Ursachen. Diese Entdeckung war die Grundlage ihrer innovativen EMDR-Therapie (Eye Movement Desensitization and Reprocessing), die sie entwickelte und unter anderem zur Behandlung von Kriegsveteranen mit PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung) einsetzte.

Sich bewegen

Wenn wir vorwärts gehen, ist es, als ob wir unsere Ängste und unsere Belastungen hinter uns lassen. Wenn wir gehen, können wir Probleme aus einer neuen Perspektive sehen, mit einem klareren Kopf.

Wir fühlen uns körperlich als Einheit, unsere unteren Gliedmaßen bewegen sich mit dem Rest unseres Körpers, was beim Sitzen nie passiert. Und all das wird noch verstärkt durch die gute Wirkung des Gehens auf Herz, Kreislauf und sogar die Körperhaltung. Wenn es mitten in der Natur ist, mit einer inspirierenden Aussicht und frischer Luft, ist es sogar noch besser. (Quelle: aleteia, 07-2021)

Kantenfilter zum Blendschutz für Menschen mit Sehbehinderung 
Pro-retina-Pressemitteilung vom 4.03.2020

Kantenfilter können Menschen mit Sehbehinderung vor Blendung besser schützen und die Kontrastwahrnehmung erleichtern. Einen grundlegenden Einblick in die Welt der Kantenfilter u.a. mit passenden Gläsern und Fassungen ermöglicht die gerade neu aufgelegte Broschüre der Wissenschaftlichen Vereinigung der Augenoptiker und Optometristen (WVAO). Die Broschüre entstand in Kooperation mit PRO RETINA Deutschland. Unter dem Titel „Kantenfilter, Spezialfilter & seitlicher Blendschutz. Ratgeber für Menschen mit Sehbehinderung“ wurden darin aktuelle Fachinformationen übersichtlich gebündelt und die Produktvielfalt transparent dargestellt. PRO RETINA Deutschland unterstützt ihre Mitglieder zusätzlich mit der Möglichkeit, Kantenfilter unter Alltagsbedingungen zu Hause zu testen und sich durch ehrenamtlich Aktive beraten zu lassen.
Heute verfügt die Selbsthilfevereinigung für Menschen mit Netzhauterkrankungen über acht Kantenfilterkoffer, die sie Mitgliedern kostenlos für zwei Wochen zur Verfügung stellt. Darin ist ein kleineres übersichtliches Sortiment zusammengestellt, das aus Vorhängegläsern mit unterschiedlichen Grenzwellenlängen und Tönungen besteht. Fragen zur Anwendung beantwortet der PRO RETINA-Berater Detlef Menke.

Tel.: (0151) 18 77 32 11
E-Mail-Kontakt mit Detlef Menke
Kurzsichtigkeit-Wie kann man sie aufhalten? 21.05. 2019 
Den Durchblick behalten – Kurzsichtigkeit bremsen
Augenärzte informieren: Myopie entsteht meist in der Kindheit
Düsseldorf 21.05.2019 – Der weltweite Trend einer Zunahme der Kurzsichtigkeit lässt sich für Deutschland bisher nicht belegen. Doch der Trend zu vermehrter Naharbeit könnte in den kommenden Jahren auch hierzulande dazu führen, dass mehr Kinder kurzsichtig werden. Prof. Dr. Wolf Lagrèze und Prof. Dr. Bernd Bertram, 1. Vorsitzender des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands (BVA) erläutern, wie Eltern dazu beitragen können, dass ihre Kinder den Durchblick behalten.
Es ist relativ einfach: Kinder sollten sich täglich mindestens zwei Stunden bei Tageslicht im Freien aufhalten. Dann sinkt das Risiko, dass sie kurzsichtig werden, um die Hälfte. Naharbeit – längeres konzentriertes Schauen auf ein Objekt in einem Abstand unter 30 cm – fördert dagegen die Kurzsichtigkeit. Eltern sollten deshalb unter anderem kritisch im Blick behalten, wie lange ihre Kinder sich mit Smartphones, Tablets und Computern beschäftigen. Wissenschaftlich fundierte „Grenzwerte“, wie lange pro Tag Kinder welchen Alters höchstens auf solche Bildschirme schauen sollten, gibt es nicht. Aber Augenärzte sehen es mit Sorge, wenn sich schon Kleinkinder mit diesen Geräten befassen. Je jünger ein Kind ist, desto kürzer sollte die Zeit sein, die es mit Naharbeit verbringt.
Warum wird das Auge kurzsichtig?
Das „normale“ menschliche Auge ist etwa 24 mm lang. Ein längerer Augapfel ist kurzsichtig (myop) – schon ein Millimeter mehr macht einen Sehfehler von 2,7 Dioptrien aus. Beim Schauen in die Ferne werden die ins Auge fallenden Lichtstrahlen dann nicht mehr auf der Netzhautebene fokussiert, sondern davor. In Deutschland sind etwa 15 Prozent aller Kinder am Ende der Grundschulzeit kurzsichtig, im Alter von 25 Jahren sind dann 45 Prozent aller Menschen betroffen. Dabei ist die Rate in den letzten 15 Jahren gleich geblieben: Der Anteil der Brillen, die Kindern und Jugendlichen wegen einer Kurzsichtigkeit verordnet wurden, ist nicht gestiegen. Von einer „Epidemie der Kurzsichtigkeit“ kann also bisher keine Rede sein. Doch Prof. Lagrèze und Prof. Bertram empfehlen Eltern, das Sehvermögen ihrer Kinder im Auge zu haben.
Umweltfaktoren und Veranlagung
In der Kindheit wächst das Auge, dabei spielen sowohl vererbte Anlagen eine Rolle als auch Umweltfaktoren. Tageslicht hemmt das Wachstum des Augapfels, andauernde Naharbeit fördert es dagegen. Wenn Augen in der Kindheit „zu sehr“ wachsen, werden sie kurzsichtig – und das lässt sich dann später im Leben nicht mehr rückgängig machen. Eine starke Myopie von etwa sechs Dioptrien oder mehr birgt zudem weitere Gefahren: Im Laufe des Lebens können Folgekrankheiten entstehen, die das Sehvermögen ernsthaft bedrohen. Deshalb ist es ratsam, die Entstehung der Kurzsichtigkeit zu verhindern oder doch zumindest zu bremsen, erläutern Prof. Lagrèze und Prof. Bertram.
Aktuelle Stellungnahme
Wenn ein Kind kurzsichtiger wird, dann können Augenärzte mit verschiedenen Maßnahmen ihre Zunahme bremsen, so dass der Sehfehler möglichst klein bleibt. Dafür stehen neben der Beeinflussung der Umweltfaktoren Augentropfen, die niedrig dosiertes Atropin enthalten, und spezielle Kontaktlinsen zur Verfügung. In einer aktuellen Stellungnahme haben der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) und die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) ihre Empfehlungen zu diesem Thema zusammengefasst. Federführender Autor dieser Stellungnahme, die hier zum Herunterladen bereitsteht, ist Prof. Lagrèze.
Eine schematische Darstellung eines kurzsichtigen Auges steht hier zum Download bereit.
 
Zur richtigen Glaukom-Therapie - Gerichtsurteil OLG Hamm vom 15.01.2016 
"Wird bei einem Patienten ein Glaukom (Grüner Star) festgestellt, hat der Augenarzt eine Operation als Behandlungsmöglichkeit zu erörtern … Unterbleibt die Indikationsstellung zur Operation, kann das als grober Behandlungsfehler zu bewerten sein…"(26 U 48/14). Zur Glaukomchirurgie gehören invasive und minimalinvasive Verfahren. Zu den minimalinvasiven Verfahren gehört u.a. die SLT und die heute seltener angewendete ALT. Die medikamentöse Therapie mit Augentropfen ist auch mit Nebenwirkungen verbunden, die besonders bei Langzeitanwendung zu bedenken sind (To drop or not to drop - Glaukom-Management im Wandel? von Anselm G. M. Jünemann in: Concept Ophthalmologie 3/2020).
Junkfood schädigt die Augen - 21.09.2019 
Ein 19 Jahre alter Brite sei, so meldeten es kürzlich viele Medien, infolge seines einseitigen Junkfood-Konsums erblindet.
Laut Fallbericht aß der Junge nichts als Pommes, Chips, Weißbrot, Schinken und Würstchen. Mit 14 Jahren wurde er hinsichtlich seines Essverhaltens beraten und zunächst mit Vitamin-B12-Injektionen therapiert, die er aber aufgab. Bei der jüngsten Evaluation mit 19 Jahren erhielt er weitere Supplemente und eine Therapie wegen der Essstörung. Aber der Schaden an beiden Sehnerven war irreversibel.
Der aktuelle Fall des britischen Jungen lässt erkennen, dass auch die Psyche eine Rolle spielt. Betroffene werden mitunter als „heikle Esser“ bezeichnet. Auch Veganer, die nicht auf ausreichende Supplementierung achten, können Vitamin-B-Mangel entwickeln, auch auf die Vitamine A, E und D sowie Zink und Selen ist zu achten.
Quelle: Deutsches Ärzteblatt, Jg. 116, Heft 38, 20.09.2019